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passende Tätigkeit Betriebswirt IHK
Wenn Sie diesen Blogpost lesen, sind Sie aller Wahrscheinlichkeit nach dabei, eine Weiterbildung zum Betriebswirt zu machen. Oder Sie sind schon fertig und überlegen, wie es weitergeht. In jedem Fall möchte ich Ihnen dazu gratulieren, dass Sie zumindest schon mal eine Idee davon haben, wo der Weg hingehen soll. Denn der Betriebswirt ist ein Aufbaulehrgang, der eine Berufsausbildung und eine Weiterbildung zum Fachwirt voraussetzt. Insofern haben Sie diesen Weg vermutlich nicht zufällig gewählt. Doch der Betriebswirt ist auch die Ausbildung eines Generalisten. Das bedeutet, Ihnen stehen viele Wege offen.

Die klassische Karriere

Gehen wir davon aus, dass Sie in einem Unternehmen anfangen wollen – als was möchten Sie dort arbeiten? Im Controlling, Marketing, in der Personalabteilung? Oder doch lieber in der Rechtsabteilung, im Vertrieb, Einkauf, Logistik oder als Assistenz des Geschäftsführers? All diese Positionen könnten Sie mit Ihrer Ausbildung einnehmen.

Aber darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an weiteren Möglichkeiten. Das Problem vieler junger Menschen ist, dass Sie sich nicht darüber im Klaren sind, was Sie tatsächlich wollen. Denn Sie könnten genauso gut als Freelancer Ihre Fähigkeiten als Texter, Grafiker, Social-Media-Betreuer oder Virtueller Assistent anbieten. Sie könnten ein klassisches Unternehmen aufbauen, Produkte und Dienstleistungen anbieten, oder im Internet Geld verdienen, indem Sie Webinare erstellen oder Digitale Infoprodukte verkaufen. Sie haben genug Fachwissen gesammelt, um aus Ihrem Hobby einen Beruf zu machen, wenn Sie das möchten. Sie könnten aus Ihren 5 Aquarien eine Aquarienfischzucht mit internationaler Bedeutung werden lassen. Oder Sie trainieren nicht mehr nur Ihren eigenen Hund und die der Nachbarn, sondern werden der nächste Martin Rütter.

Was soll das bedeuten?

Wenn Sie jetzt verwirrt sind und sich fragen, was dieser Artikel eigentlich soll, kann ich das gut verstehen. Ich möchte Ihnen aufzeigen, dass Sie alles machen können, was Sie machen möchten, wenn Sie den Betriebswirt abgeschlossen haben. Sie können selbstverständlich in einem Konzern oder einem mittelständischen Unternehmen anfangen und eine klassische Karriere anstreben.
Aber Sie müssen es nicht.
Jean-Jacques Rousseau, ein bedeutender Wegbereiter der Französischen Revolution, hat einmal gesagt:
„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“
Sie sind jung, gut ausgebildet und haben zumeist noch keine großen Verpflichtungen durch Hauskredite etc..
Machen Sie etwas aus Ihrem Leben.

Sie können mehr als Sie zunächst denken

Viel von dem Wissen und den Fähigkeiten, die Sie sich während Ihrer Aus- und Weiterbildungen angeeignet haben, sind sehr viel breiter anwendbar, als Sie zunächst denken. Wenn Sie aufhören, sich im Geiste selbst zu beschränken, fallen Ihnen sicherlich viele Dinge ein, die Sie damit anfangen könnten. Um herauszufinden, was Sie wirklich begeistern könnte, müssen Sie sich überlegen:

1. Was kann ich? Wo liegen meine Stärken?
2. Was denken andere, worin ich gut bin?
3. Was will ich wirklich? Was wollte ich schon immer tun?
4. Wann habe ich so viel Spaß, dass ich schier die Zeit vergesse?

Wenn Sie sich über diese Punkte klar werden, finden Sie die Tätigkeit, bei der Sie nicht nur überragenden Erfolg verzeichnen werden, sondern die Ihnen so viel Spaß machen wird, dass es sich nicht mal mehr nach Arbeit anfühlt. Sicher, das kann der Fall sein, wenn Sie in einem Unternehmen in der Buchhaltung arbeiten und Bilanzen erstellen. Durch diese Fragen können Sie also auch herausfinden, in welcher Position Sie in einem Unternehmen arbeiten möchten – Marketing oder doch besser Einkauf. Aber es kann auch sein, dass Sie lieber eine Karateschule aufbauen möchten.

Aber ich muss doch Geld verdienen!

Die klassische Begründung dafür, warum man einen Job macht, den man eigentlich hasst, ist diese – ich brauche ja das Geld. Wenn Sie etwas aber nur für Geld tun, fügen Sie sich langfristig selbst Schaden zu. Sie stehen erst auf, nachdem der Wecker schon 15 Minuten klingelt, weil Sie keinerlei Motivation verspüren, den Tag zu beginnen. Sie schleppen sich von einem Tag zum anderen und leben nur am Wochenende oder im Urlaub. Dieser kommt Ihnen im Übrigen grundsätzlich zu kurz vor und am letzten Urlaubstag graust es Ihnen schon davor, morgen wieder in die Arbeit gehen zu müssen. Ihr Gehalt kommt Ihnen dann nur noch wie Schmerzensgeld für verlorene Lebenszeit vor – und das kann dann gar nicht hoch genug sein.
Im Grunde ist Geld aber nur eine Art von Energie. Wenn Sie etwas wirklich mit Leidenschaft tun, werden Sie gut darin sein und Geld kommt früher oder später von alleine zu Ihnen. Selbst wenn es nicht so viel sein sollte, wie es wäre, wenn Sie in einem klassischen Job arbeiten würden, werden Sie viel mehr Freude und Energie aus Ihrer Tätigkeit ziehen, sodass es Ihnen kaum auffallen wird.

Fazit

Tun Sie sich selbst den Gefallen und machen Sie sich klar, was Sie wirklich im Leben erreichen wollen und welche Tätigkeiten Ihr Herz höherschlagen lassen. Nehmen Sie sich dazu ein paar Tage frei, gehen Sie in die Natur, setzen Sie sich auf die Wiese oder an einen anderen stillen Ort und denken Sie einfach nur über sich und Ihr Leben nach. Verurteilen Sie nicht jede Idee sofort mir „Das geht doch nicht!“, sondern sammeln Sie zunächst alle Ideen unvoreingenommen. Im nächsten Artikel erfahren Sie, wie Sie entscheiden, welche Ideen tatsächlich etwas taugen und welche Möglichkeiten es für eine Selbständigkeit gibt – auch abseits eines klassischen Unternehmens.

Herzlichst, Ihre
Saskia Stromitzki

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