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Wie Sie das Vorstellungsgespräch nutzen können, um einen guten Arbeitgeber zu erkennen

Verhalten im Vorstellungsgespräch Betriebswirt IHK
Es gibt diverse Regeln für das Vorstellungsgespräch, an die Sie sich laut den jeweiligen Autoren unbedingt halten sollten, um einen guten Eindruck bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber zu hinterlassen.
Dazu gehören z.B.:
Sie müssen unbedingt pünktlich kommen
Ziehen Sie sich angemessen an
Setzten Sie sich gründlich mit dem Unternehmen auseinander
Beschäftigen Sie sich im Vorfeld mit Ihren Stärken und Schwächen – formulieren Sie so, dass Sie aus Ihren Schwächen etwas Positives machen können (Wie das gehen soll, verrät im Übrigen niemand…)
Seien Sie höflich und bescheiden
Ich werde diese Regeln nicht näher ausführen, denn das ist im Grunde nur kalter Kaffee. Das kennen Sie alles.
Worauf es mir heute viel mehr ankommt – ich möchte Ihnen deutlich machen, dass ein Vorstellungsgespräch keine Einbahnstraße ist. Es geht nicht nur darum, dass der Arbeitgeber ausloten kann, ob Sie in sein Team passen – Sie müssen genauso herausfinden, ob Sie überhaupt in sein Team wollen!
Sie sind als Betriebswirt eine ausgebildete Fachkraft und bringen anders als ein Uni-Absolvent bereits Berufserfahrung mit. Sie haben nicht nur Theorie gelernt, Sie haben das gelernt, was tatsächlich in der Praxis angewendet wird. Sie bringen Einsatzfreude, Motivation, Durchhaltevermögen mit und sind belastbar. Die Zeiten, in denen junge Absolventen um einen Job betteln mussten, sind glücklicherweise vorbei. Sie haben genauso das Recht wie der Arbeitgeber zu prüfen, ob Sie zusammenpassen. Wenn es um private Beziehungen geht ist es auch nicht anders – beide Parteien müssen entscheiden, dass man zueinander passt, sonst wird es nichts.
Nutzen Sie dieses Recht! Informieren Sie sich nicht nur über die Homepage, Pressemitteilungen oder soziale Netzwerke, sondern nutzen Sie die Chance vor Ort. Beobachten Sie die Mitarbeiter, wenn Sie das Unternehmen vor Ihrem Gespräch betreten. Wie kommunizieren die Mitarbeiter untereinander? Wie ist die Atmosphäre? Fühlen Sie sich sofort wohl?

Im Vorstellungsgespräch – fragen, fragen, fragen

Wenn Sie dann im Vorstellungsgespräch selbst angelangt sind, spricht nichts dagegen, dem Arbeitgeber selbst einige Fragen zu stellen. Verpacken Sie das hübsch, nach dem Motto „Ich habe gelesen, dass… und wollte mal nachfragen, wie das so in der Praxis bei Ihnen gelebt wird?“
Fragen Sie z.B. nach:
Den Plänen des Unternehmens – wo soll´s denn hingehen?
Welche Aufgaben und Herausforderungen ergeben sich daraus? Welche für Sie ganz persönlich, sollten Sie die Stelle antreten?
Wie läuft die Einarbeitung ab? Gibt es einen Einarbeitungsplan?
Wie sieht´s aus mit Weiterbildungen? Hat das Unternehmen konkrete Absichten in dem Bereich oder werden Sie mit einer Standardantwort abgespeist?
Warum wird die Stelle überhaupt neu besetzt?
Wie würde Ihr Gegenüber die Fehlerkultur beschreiben? Wie wird mit Fehlern umgegangen?
Und vielleicht etwas provokant – warum würde Ihnen Ihr Gegenüber empfehlen, in seiner Firma anzufangen, wenn Sie sich eher zwanglos getroffen hätten?
Diese Empfehlungen sollten Sie nicht pauschalisieren. Das bedeutet, fragen Sie immer nur nach dem, was für Sie konkret wichtig ist. Wenn Sie z.B. noch nicht planen, in nächster Zeit eine Familie zu gründen, macht es nicht unbedingt Sinn, danach zu fragen. Wenn Sie jemand sind, der seit Jahren ein soziales Projekt in Afrika betreut und Sie deshalb 2 Monate im Jahr Telearbeit benötigen oder unbezahlten Urlaub nehmen müssen, sollten Sie das so früh wie möglich besprechen.
Es macht auch nur dann Sinn, diese Fragen zu stellen, wenn das Gespräch grundsätzlich positiv verlaufen ist und beide Seiten ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit mitbringen. Versuchen Sie, im Gespräch einen guten Kontakt herzustellen, dann erhalten Sie ehrlichere Antworten.
Aus diesen können Sie dann ableiten, ob es sich lohnt, ein Probearbeiten zu vereinbaren. Ich kann Ihnen nur empfehlen, das Team kennenzulernen und ein paar Tage in die Firma reinzuschnuppern. Nutzen Sie die Zeit und sprechen Sie mit den Mitarbeitern über ihre Arbeit und die Firma. Sie erhalten dadurch einen realistisch Eindruck davon, was Sie tatsächlich erwartet, wenn Sie für diese Firma arbeiten.
Letztendlich sollten Sie Ihr Bauchgefühl entscheiden lassen. Haben Sie die Leute bei den Probearbeiten gut aufgenommen und fühlten Sie sich wohl? Decken sich die Praxis und die Theorie der Unternehmenshomepage und der Versprechungen im Vorstellungsgespräch?
Falls ja – viel Spaß und Erfolg an Ihrem neuen Arbeitsplatz!
Falls nicht – suchen Sie lieber eine Weile weiter, bevor Sie sich wissentlich unglücklich machen. Sie haben mehr verdient, als einen faulen Kompromiss.
Herzlichst, Ihre
Saskia Stromitzki

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